Kommentare | Blogs
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Arbeitsrecht
Fristlose Entlassung
Thomas Pietruszak
Ereignisse zwischen Aussprechung und Zugang der Kündigungserklärung können nicht als Kündigungsgrund angeführt werden. Wird dem Arbeitnehmer lediglich eine Kopie eines früher verfassten Kündigungsschreibens ausgehändigt, das ihm bislang nicht zugegangenen ist, so wird damit keine neue fristlose Entlassung ausgesprochen, sondern der Zugang der früheren Kündigungserklärung bewirkt.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_559/2012 vom 18. März 2013
Publiziert am 23. April 2013
Unfallversicherung - Taggeld - versicherter Verdienst bei Mehrfachbeschäftigung
Thomas Pietruszak
Bei Mehrfachbeschäftigten, die einen Unfall bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg zu oder von einer ihrer Anstellungen erleiden, ist für die Berechnung des Taggeldes der Gesamtlohn aus allen Tätigkeiten massgebend, unabhängig davon, ob dieser Unfall gemäss Art. 7 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 13 Abs. 2 UVV und Art. 8 UVG als Berufs- oder Nichtberufsunfall zu qualifizieren ist (Änderung der Rechtsprechung).
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 8C_297/2012 vom 4. März 2013 publiziert als BGE 139 V 148
Publiziert am 23. April 2013
Droit de la fonction publique (Vaud) ; résiliation et avertissement préalable
Anne Troillet
Un employé communal est licencié après avoir accusé, de manière infondée selon un audit externe, son supérieur de mobbing. Le droit d'être entendu de l'employé a été respecté et, compte tenu des circonstances, l'employeur pouvait renoncer à prononcer un avertissement même si le statut du personnel prévoyait qu'un licenciement devait être précédé d'un avertissement.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 8C_702/2012 vom 24. Januar 2013
Publiziert am 9. April 2013
Fonction publique (Neuchâtel) ; résiliation en temps inopportun durant la grossesse
Anne Troillet
Nonobstant la grossesse de son employée, engagée à titre provisoire par l'Etat de Neuchâtel, l'employeur prononce le licenciement de celle-ci. Les rapports de travail de droit public n'étant en principe pas soumis au CO, les cantons ne sont pas obligés de régler la résiliation en temps inopportun pendant la grossesse de la même façon qu'en droit fédéral. L'absence de référence dans le statut du personnel neuchâtelois à la protection contre la résiliation en temps inopportun durant la grossesse est donc admissible.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 8C_358/2012 vom 18. Januar 2013 publiziert als BGE 139 I 57
Publiziert am 9. April 2013
JusIT
Ausländerrecht
Die besonderen persönlichen Beziehungen von Drittstaatsrentnern zur Schweiz
Kein Familiennachzug in aufsteigender Linie über die "Rentnerbewilligung"
Ruth Beutler
Das Bundesverwaltungsgericht befasst sich im Urteil C-6349/2010 vom 14. Januar 2013 mit dem Kriterium der besonderen persönlichen Beziehungen zur Schweiz (Art. 28 Bst. c AuG) als einer Voraussetzung für die Zulassung als Rentner und kommt aufgrund der Entstehungsgeschichte der Norm zum Schluss, dass eigenständige Beziehungen (Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, Verbindungen zu örtlichen Gemeinwesen, direkte Kontakte mit der einheimischen Bevölkerung usw.) gemeint sind und nicht abgeleitete. Enge Beziehungen zu nahen Verwandten in der Schweiz, wie sie Art. 25 Abs. 2 Bst. b VZAE beispielhaft aufführt, genügen hierfür nicht.
Kommentar zu: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-6349/2010 vom 14. Januar 2013
Publiziert am 30. April 2013
Immaterialgüterrecht
Décision d'une instance cantonale unique - Inventions de service
Nathalie Tissot
Lorsqu'une décision émane d'une instance cantonale unique, par exemple parce qu'elle porte sur des droits de propriété intellectuelle (art. 5 al. 1 lit. a CPC), elle ne peut qu'être déférée au Tribunal fédéral, quelle que soit la valeur litigieuse, dans le cadre d'un recours en matière civile. En présence d'une invention de service, le droit au brevet appartient à titre originaire à l'employeur qui n'a pas à verser d'indemnité spéciale au travailleur en sus de son salaire.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_691/2011 vom 6. November 2012
Publiziert am 22. April 2013
Nespresso III
Nathalie Tissot
L'arrêt traite des effets d'un jugement du Tribunal fédéral annulant une ordonnance de mesures provisionnelles. L'annulation, sur recours, d'une décision de mesures provisionnelles fait renaître les mesures superprovisionnelles. Le juge auquel la cause est renvoyée doit à nouveau statuer sans délai sur la requête de mesures provisionnelles et rendre une nouvelle décision sur mesures provisionnelles qui mette fin à la procédure provisionnelle. Si le juge n'est pas en mesure de statuer à bref délai, parce qu'il est tenu de requérir au préalable une expertise technique sommaire, il lui appartient de statuer sur le maintien, la modification ou la suppression des mesures précédemment ordonnées à titre superprovisionnel. La décision qu'il rend ainsi est une décision intermédiaire qui ne met pas fin à la procédure provisionnelle et ne saurait être assimilée à une décision sur mesures superprovisionnelles mais à une décision de mesures provisionnelles susceptible de recours.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_508/2012 vom 9. Januar 2013 publiziert als BGE 139 III 86
Publiziert am 15. April 2013
Kartellrecht
BGE «Publigroupe»
Eine Weichenstellung für das Kartellverwaltungsverfahrensrecht
Daniel Zimmerli
Mit Urteil 2C_484/2010 vom 29. Juni 2012 bestätigte das Bundesgericht das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts B-2877/2007 vom 27. April 2010 und damit die Verfügung der WEKO vom 5. März 2007 betreffend «Richtlinien des Verbands Schweizerischer Werbegesellschaften VSW über die Kommissionierung von Berufsvermittlern» (vgl. RPW 2007/2, 190). Das Urteil des Bundesgerichts stellt v.a. in Verfahrensbelangen eine Weichenstellung im KG-Vollzug dar.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_484/2010 vom 29. Juni 2012 publiziert als BGE 139 I 72
Publiziert am 24. April 2013
Kindes- und Erwachsenenschutzrecht
Der Bezirksrat ist auch ein Gericht
Das Bundesgericht attestiert dem Bezirksrat des Kanton Zürich Gerichtsqualität im materiellen Sinn
Christoph Häfeli
Die im Kantonsrat des Kantons Zürich umstrittendste Frage, ob der Bezirksrat ein Gericht im Sinne von Art. 450 ZGB sei, ist entschieden. Das Bundesgericht attestiert dem Bezirksrat materielle Gerichtsqualität im Sinne von Art. 6 Abs. 1 EMRK und stützt damit die Organisationshoheit der Kantone bei der Bestimmung ihrer Behörden.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 5C_1/2012 vom 18. Januar 2013
Publiziert am 29. April 2013
Strafrecht
Wahrung der Verfolgungsverjährungsfrist gemäss Art. 97 Abs. 3 StGB (auch) bei erstinstanzlichen Freisprüchen
Mit BGE 6B_771/2011 nimmt das Bundesgericht eine begrüssenswerte Praxisänderung der strafrechtlichen Verjährungsregeln vor
Jonas Achermann
Das Bundesgericht hat in BGE 6B_771/2011 festgehalten, dass die Verfolgungsverjährung gemäss Art. 97 Abs. 3 StGB entgegen der bisherigen Rechtsprechung auch bei freisprechenden erstinstanzlichen Urteilen nicht mehr eintritt. Die Änderung der Rechtsprechung ist begrüssenswert und hat Auswirkungen auf das Verwaltungsstrafverfahrensrecht.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 6B_771/2011 vom 11. Dezember 2012 publiziert als BGE 139 IV 62
Publiziert am 16. April 2013
Vertragsrecht
Freizeichnungsklauseln in Grundstückkaufverträgen - Ungültigkeit aufgrund arglistigen Verschweigens
Markus Vischer / Scarlett Schwarzenberger
Das Bundesgericht hält fest, dass eine Freizeichnungsklausel ungültig ist, wenn der Verkäufer der Käuferin Gewährsmängel arglistig verschweigt. Arglist setze ein tatsächliches Kennen des Mangels voraus. Eine (grob) fahrlässige Unkenntnis genüge dafür nicht. Zudem müsse der Verkäufer den Mangel vorsätzlich verschweigen, wobei Eventualvorsatz genüge.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_622/2012 vom 18. Januar 2013
Publiziert am 23. April 2013
Share Deal - Zusicherung, Garantie und "Entdeckung" des Mangels als auslösendes Ereignis für die Rügefrist
Markus Vischer / Scarlett Schwarzenberger
Das Bundesgericht hält fest, dass die Qualifikation einer vertraglich vereinbarten Garantierklärung als Zusicherung oder selbständige Garantie unerheblich ist, wenn die Parteien die Folgen eines Mangels und das Verfahren für dessen Geltendmachung abweichend vom dispositiven Recht regeln. Das Bundesgericht hält weiter fest, dass eine "Entdeckung" des Mangels im vorliegenden Fall nicht nur bei sicherer Kenntnis des Mangels durch den Käufer vorliegt, sondern auch dann, wenn der Käufer nach der gebotenen Sorgfalt Kenntnis vom Mangel haben müsste.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_321/2012 vom 14. Januar 2013
Publiziert am 2. April 2013
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