Kommentare | Blogs
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Auslnderrecht
Asyl schtzt nicht vor kantonaler Wegweisung
Weiterfhrung der bisherigen Praxis
Thomas Segessenmann
Das Bundesgericht hat im zur amtlichen Publikation vorgesehenen Urteil 2C_184/2012 vom 15. Dezember 2012 entschieden, dass seine bisherige Praxis (BGE 135 II 110) zum Verhltnis zwischen Asylgesetz (AsylG; SR 142.31) und dem frheren Bundesgesetz ber Aufenthalt und Niederlassung der Auslnder (ANAG) auch unter dem Auslndergesetz (AuG; SR 142.20) gilt. Ein Kanton kann den Aufenthalt einer asylberechtigten Person in der Schweiz beenden, ohne dass zuvor das Bundesamt fr Migration (BFM) das Asyl widerrufen haben msste. Die Prfung allflliger Vollzugshindernisse obliegt dabei den kantonalen Behrden. Die Bewilligung darf jedoch nur dann widerrufen bzw. nicht verlngert werden, wenn die Voraussetzungen fr die Ausweisung nach Art. 65 AsylG erfllt sind. Interessant bleibt bei Anwendung der bundesgerichtlichen Praxis die Frage, in welchen Konstellationen dem Asylwiderruf noch selbstndige Bedeutung zukommt bzw. zukommen soll.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_184/2012 vom 15. Dezember 2012 publiziert als BGE 139 II 65
Publiziert am 20. Mrz 2013
Datenschutzrecht
Datenschutzrechtliches Auskunftsrecht erlaubt keine Beweisausforschung
Nicolas Passadelis
Das datenschutzrechtliche Auskunftsrecht nach Art. 8 DSG erlaubt keine Beweisausforschung der Gegenpartei. Die Personendaten und Datenkategorien, ber die der Inhaber einer Datensammlung Auskunft erteilen muss, drfen nicht mit einer vom ihm gefhrten Akte oder Dokumentation gleichgesetzt werden. Unter Art. 8 DSG ist es ausreichend, dem Anspruchsberechtigten die bearbeiteten Personendaten losgelst vom Bearbeitungs- oder Speichermedium zur Kenntnis zu bringen. Zur Offenlegung der Akten oder Dokumente, welche die betreffenden Personendaten enthalten, ist der Inhaber der Datensammlung unter Art. 8 DSG nicht verpflichtet.
Kommentar zu: BGE 138 III 425
Publiziert am 04. Mrz 2013
Erbrecht
Rle de l'autorit qui intervient au partage en lieu et place de l'hritier (art. 609 al. 1 CC)
Franois Logoz
L'autorit qui intervient au partage en lieu et place de l'hritier le reprsente et agit sa place. Il ne s'agit pas d'un changement de partie, mais d'une reprsentation force de la partie. L'autorit a ds lors qualit pour agir dans l'action en partage ce qui exclut une lgitimation active de l'hritier.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 5A_777/2012 vom 03. Dezember 2012
Publiziert am 11. Mrz 2013

Schnupperabonement

IPR/IZPR und Arbitration
Hohe Anforderungen an mndliche Verfahrensrgen in Schiedsverhandlungen
Axel Buhr
Nach stndiger Rechtsprechung des Bundesgerichts verwirken Rgen schiedsgerichtlicher Verfahrensmngel, wenn diese nicht unverzglich im Schiedsverfahren vorgebracht werden. An mndlich erhobene Verfahrensrgen stellt das Bundesgericht hohe Anforderungen: Es kommt zum Schluss, blosse Einwnde (objections) bzw. kritische Bemerkungen (remarks) betreffend die Verfahrensfhrung begrndeten keine hinreichend deutliche Rge. bermssige Zurckhaltung ist fr das Bundesgericht damit fehl am Platz.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_407/2012 vom 20. Februar 2013
Publiziert am 19. Mrz 2013
IT-Recht
Blog-Hoster sind mitverantwortlich fr persnlichkeitsverletzende Blogbeitrge
Lukas Bhlmann
Wer Dritten auf seiner Website einen Bereich zum Betrieb eines Blogs zur Verfgung stellt, ist fr persnlichkeitsverletzende Blogbeitrge mitverantwortlich und kann deshalb auf Beseitigung von Beitrgen eingeklagt werden. Dies hat das Schweizer Bundesgericht krzlich erstmals entschieden. Da in der Schweiz anders als in der EU keine gesetzlichen Haftungsprivilegien fr Internet-Service-Provider bestehen, gelten auch fr sie die allgemeinen Regeln des Persnlichkeitsrechts. Diese sehen vor, dass in einem Persnlichkeitsverletzungsprozess jede Person zur Verantwortung gezogen werden kann, welche an einer Verletzung mitgewirkt hat. In seinem Urteil hat das Bundesgericht nun besttigt, dass diese Mitwirkung dabei auch bloss untergeordneter Natur sein kann. So genge insbesondere auch das Zurverfgungstellen der notwendigen technischen Infrastruktur zur Verffentlichung eines persnlichkeitsverletzenden Beitrags.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 5A_792/2011 vom 14. Januar 2013
Publiziert am 13. Mrz 2013
ffentliches Verfahrensrecht und Verwaltungsrecht
Die Ersatzpflicht der Schweizerischen Eidgenossenschaft fr Patentverletzungen richtet sich nach ffentlichem Recht (VG)
Bundesgerichtlicher Grundsatzentscheid zur Abgrenzung der Haftung des Bundes nach ffentlichem und nach privatem Recht
Nadine Mayhall
Die Haftung der Schweizerischen Eidgenossenschaft fr Patentverletzungen richtet sich nach dem Verantwortlichkeitsrecht des Bundes, fr dessen Anwendung das Bundespatentgericht nicht zustndig ist.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_443/2012 vom 05. Februar 2013 publiziert als BGE 139 III 110
Publiziert am 27. Mrz 2013
Steuerrecht
Rduction pour participations et respect du dlai de dtention lors de la transformation d'une raison individuelle dtenant des participations en une socit anonyme
Thierry Obrist
Le Tribunal fdral refuse de prendre en considration la dtention de droits de participation par une raison individuelle lorsque cette dernire est apporte une socit anonyme et que les droits de participation sont alins trois mois plus tard. En l'espce, le dlai de dtention prvu par l'art. 70 al. 4 LIFD n'tant ainsi pas rempli par la socit de capitaux, le gain en capital n'entre pas dans le calcul de la rduction pour participation et reste en consquence imposable.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_787/2012 vom 15. Januar 2013
Publiziert am 26. Mrz 2013
Modification de la jurisprudence en matire de premption du droit de taxer dans les relations intercantonales
Daniel de Vries Reilingh
Dans l'arrt du TF 2C_708/2012 du 21 dcembre 2012, destin publication aux ATF, le TF a prcis que la premption du droit de taxer d'un canton est acquise la fin de la deuxime anne qui suit la priode fiscale (N + 2). Il a en outre jug qu'il suffisait que le canton en cause manifeste sa volont de taxer, une dcision de taxation n'tant pas indispensable.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_708/2012 vom 21. Dezember 2012 publiziert als BGE 139 I 64
Publiziert am 24. Mrz 2013
Strafrecht
Gefhrdung der Rechtssicherheit bei Entsiegelungsentscheiden
Andreas von Bren
Das Bundesgericht hat sich - unter Berufung auf das Beschleunigungsgebot - zunchst geweigert, ber eine Beschwerde in Strafsachen gegen eine besonders komplizierte Entsiegelungssache selbst zu entscheiden. Es erkannte seine eigene Zustndigkeit nicht an und wies die Sache an die kantonale Instanz zurck, obwohl es gemss Art. 80 Abs. 2 BGG i.V.m. Art. 248 Abs. 3 lit. a sowie Art. 380 StPO selbst als einzige Instanz zustndig gewesen wre (1B_595/2011). Das Obergericht trat auf die Sache allerdings nicht ein. Daraufhin gelangt die Beschwerdefhrerin ein zweites Mal vor das Bundesgericht, diesmal mit Beschwerde gegen den Nichteintretensentscheid des Obergerichts. Anstatt die Sache nochmals ans Obergericht zurckzuweisen, entscheidet das Bundesgericht, ebenfalls unter Berufung auf den Beschleunigungsgrundsatz, die Beschwerde ausnahmsweise selbst materiell zu behandeln.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 1B_397/2012 vom 10. Oktober 2012 publiziert als BGE 138 IV 225
Publiziert am 13. Mrz 2013
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