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Allgemeines Verwaltungsrecht
Abgrenzung von Rechtskraft und Rechtswirksamkeit
Mischa Morgenbesser
Das Bundesverwaltungsgericht verpflichtete am 23. August 2011 eine Fernmeldedienstanbieterin, innerhalb von drei Monaten ab Eintritt der Rechtskraft des Urteils das Programm einer Fernsehprogrammveranstalterin in ihrem analogen und weiterhin im digitalen Kabelnetz der Deutschschweiz unentgeltlich zu verbreiten. Die Fernmeldedienstanbieterin erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde an das Bundesgericht. Mit Erläuterungsbegehren beantragte die Fernsehprogrammveranstalterin die Klärung der Frage, ob unter "Eintritt der Rechtskraft" formelle Rechtskraft oder Rechtswirksamkeit zu verstehen sei.
Kommentar zu: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5683/2011 vom 27. Oktober 2011
Publiziert am 15. November 2011
Ausländerrecht
Nachehelicher Härtefall bei Sorgerecht und Obhut über ein Schweizer Kind
Marco Savoldelli
Das Ausländergesetz (AuG; SR 142.20) sieht vor, dass nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung unter anderem dann fortbesteht, wenn wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen (Art. 50 Abs. 1 lit. b i.V.m. Abs. 2 AuG). Im Urteil 2C_173/2011 vom 24. Juni 2011 äussert sich das Bundesgericht zu den Voraussetzungen für die Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung eines Ausländers, der das Sorgerecht und die Obhut über ein Schweizer Kind ausübt. Es kommt zum Schluss, dass Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in diesem Zusammenhang nicht enger auszulegen ist als Art. 8 EMRK.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_173/2011 vom 24. Juni 2011
Publiziert am 22. November 2011
Portata dell'art. 50 cpv. 1 lett. b LStr per stranieri con autorità parentale e custodia su un figlio svizzero
Marco Savoldelli
L'art. 50 della legge federale sugli stranieri (LStr; RS 142.20) prevede tra l'altro che, dopo lo scioglimento del matrimonio o della comunità familiare, il diritto del coniuge al rilascio e alla proroga del permesso di dimora in virtù degli art. 42 e 43 LStr continui a sussistere quando gravi motivi personali rendono necessario il prosieguo del soggiorno in Svizzera (art. 50 cpv. 1 lett. b LStr). Dell'art. 50 LStr e dei suoi contenuti, il Tribunale federale si occupa anche nel giudizio che viene nel seguito riassunto. Dopo che nella sentenza 2C_327-8/2010 del 19 maggio 2011 aveva già formulato una prima osservazione in tal senso (consid. 2.2. non pubblicato in DTF 137 I 247), nella sentenza 2C_173/2011 esso conferma in effetti che - in relazione al diritto di soggiorno di un genitore straniero con autorità parentale su un figlio svizzero - l'art. 50 cpv. 1 lett. b LStr non può avere una portata minore di quella riconosciuta dalla giurisprudenza all'art. 8 CEDU. Esaminando il rispetto delle condizioni richieste dalla giurisprudenza sviluppata in merito all'art. 8 CEDU, giunge quindi alla conclusione che il prosieguo del soggiorno in Svizzera della ricorrente - genitore straniero con autorità parentale su un figlio svizzero - risulta giustificato anche dal sussistere di gravi motivi personali ai sensi dell'art. 50 cpv. 1 lett. b LStr.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_173/2011 vom 24. Juni 2011
Publiziert am 22. November 2011
Zweite Chance für fristgerechten Familiennachzug
Thomas Hugi Yar
Das Bundesgericht gibt im zur Publikation bestimmten Urteil 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 all jenen ausländischen Personen eine zweite Chance auf einen "fristgerechten" Familiennachzug gemäss den Bestimmungen des Ausländergesetzes (AuG; SR 142.20), die ohne einen entsprechenden Anspruch (vgl. Art. 44 AuG) ein erstes Mal fristgerecht (vgl. Art. 47 AuG), aber erfolglos um einen solchen nachgesucht haben und in einer späteren Anspruchssituation (Art. 42 und 43 AuG) erneut unter Wahrung der Fristen um einen solchen ersuchen. Außerhalb der Fristen ist der Nachzug nur aus "wichtigen familiären Gründen" möglich (Art. 47 Abs. 4 AuG), wobei das Bundesgericht zur Auslegung dieses Begriffs auf seine bisherige - relativ strenge - Praxis zum nachträglichen Teilfamiliennachzug unter dem Bundesgesetz vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) abstellt.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_276/2011 vom 10. Oktober 2011 publiziert als BGE 137 II 393
Publiziert am 8. November 2011
Energierecht
Die allgemeinen Systemdienstleistungskosten dürfen nicht den Kraftwerken angelastet werden
Mariella Orelli
Gemäss dem Bundesverwaltungsgericht sind die Kosten für allgemeine Systemdienstleistungen nicht von Kraftwerksbetreibern, sondern (letztlich) vollumfänglich von den Endverbrauchern zu tragen. Es hiess eine Beschwerde von drei Kraftwerkbetreiberinnen gegen eine anderslautende Verfügung der Elektrizitätskommission gut und erklärte dabei vorfrageweise Art. 31b Abs. 1 der Stromversorgungsverordnung vom 14. März 2008 (StromVV; SR 734.71) für teilweise und Art. 31b Abs. 2 StromVV für vollständig verfassungs- und gesetzeswidrig. Damit bestätigte es seine mit Urteil vom 8. Juli 2010 i.S. Gommerkraftwerke AG (A-2607/2009) eingeleitete Rechtsprechung.
Kommentar zu: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2502/2009 vom 24. Mai 2011
Publiziert am 11. November 2011
Erbrecht
Passivlegitimation bei der Anfechtung eines Teilungsurteils
Fabienne Elmiger
Nicht nur bei Einreichung der Teilungsklage, sondern auch bei der Anfechtung eines Teilungsurteils müssen alle Erben ins Verfahren miteinbezogen werden. Dies gilt auch für diejenigen, welche im vorinstanzlichen Verfahren auf der Seite des Beschwerdeführers prozessiert haben (E. 2.1.2).
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 5A_372/2011 vom 4. Oktober 2011
Publiziert am 22. November 2011
IT-Recht
Übertragbarkeit von Domainnamen
Lukas Bühlmann
In den zusammengelegten Verfahren 4A_39/2011 und 4A_47/2011 vom 8. August 2011 bestätigt das Schweizer Bundesgericht seine bisherige Praxis, wonach in bestimmten Fällen (wie zum Beispiel bei Vorliegen einer Verwechslungsgefahr nach Art. 3 lit. d UWG) ein Anspruch auf Übertragung widerrechtlich registrierter Domainnamen bestehen kann (in casu jedoch verneint).
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_39/2011 vom 8. August 2011
Publiziert am 15. November 2011
Steuerrecht
Intérêt actuel à recourir en cas de remploi du gain immobilier, même lorsque le remploi peut être effectué en franchise d'impôt (taxation à zéro)
Daniel de Vries Reilingh
Le Tribunal fédéral a jugé que tant l'autorité fiscale que le contribuable avaient un intérêt juridique actuel que le gain immobilier dont l'imposition est reportée en totalité (franchise d'impôt) soit fixé et qu'une décision y relative puisse être attaquée devant les tribunaux. Le fait qu'un tel gain ne soit, le cas échéant, jamais imposé n'y change en principe rien.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 2C_480/2010 vom 20. September 2011 publiziert als BGE 137 II 419
Publiziert am 15. November 2011
Vertragsrecht
Freizeichnungsklauseln in Grundstückkaufverträgen
Voraussetzungen für deren Ungültigkeit
Philipp Chiani / Markus Vischer
Das Bundesgericht hält fest, dass die Ungültigkeit einer Freizeichnungsklausel unter anderem Kenntnis des Verkäufers von der Mangelhaftigkeit des Grundstückes voraussetzt.
Kommentar zu: Urteil des Bundesgerichts 4A_196/2011 vom 4. Juli 2011
Publiziert am 15. November 2011
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